Cybermobbing? – Wir wissen Bescheid!!

 

Die Digitale Welt macht auch vor unseren Grundschülern nicht halt. Damit sie nicht in die versteckten Fallen des WorldWideWeb treten, kam die Medienbeauftragte des Landkreises Kulmbach, Frau Bianca Simon, in unsere 4. Klasse und klärte die Kinder über die Hintergründe von Kettenbriefen (Abgreifen von Daten), dem Verbot von Verschicken von Bildern mit anderen Personen darauf  (Recht am eigenen Bild), sowie der Gefahr durch Texte mit beleidigendem Inhalt (psychische Probleme des Opfers) auf. Im Anschluss daran erarbeiteten die Schüler und Schülerinnen in Gruppen Regeln für einen fairen und sauberen Umgang in einer WhatsApp-Gruppe.

 

Text und Foto: Annette Marx

 

Mehr als eine Million Deckel gesammelt

Die Grund- und Mittelschule Marktleugast hat in nur 27 Monaten insgesamt mehr als eine Million Deckel im Rahmen der Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ gesammelt. Nach dem großen Erfolg aus den letzten beiden Schuljahren 2016/2017 sowie 2017/2018 mit insgesamt rund 420 Kilogramm gesammelten Deckeln machte sie auch im Schuljahr 2018/2019 wieder mit. Gesammelt wurden wieder Deckel aus Kunststoff von Getränkeflaschen, Getränkekartons (Milch, Saft usw.), Zahnpastatuben oder sogar auch das gelbe Überraschungsei.

Durch den ungebrochenen Sammelwillen von Elternbeirat und der Schülerinnen und Schülern der Grund- und Mittelschule Marktleugast konnte man in diesem Schuljahr das bereits beachtliche Sammelergebnis von insgesamt 420 kg aus dem letzten beiden Schuljahren um weitere 90 Kilogramm steigern, so dass man in nicht einmal drei Jahren nun insgesamt  510 Kilogramm Deckel gesammelt hat.

Leider wird diese Aktion vom aktuell verantwortlichen Träger zum 30. Juni 2019 aus nachfolgenden Gründen beendet: Die Preise auf dem Markt für Sekundärrohstoffe sind zuletzt deutlich gesunken. Es kann daher nicht sichergestellt werden, dass auch in Zukunft die Erlöse erzielt werden können, die erforderlich sind, um das Motto der Sammlung zu erfüllen. Hintergrund dieser Preisentwicklung sind Marktverschiebungen, die durch das chinesische Importverbot für Kunststoffabfälle ausgelöst wurden. Es ist eine so große Menge auf dem Markt, dass auch die gute Qualität auf dem deutschen Markt nur schlechte Preise erzielt.

Text und Foto: Klaus-Peter Wulf


„Deine Zähne sind wie Bochum und Duisburg! – Da ist noch Essen dazwischen!“

 Gut, wenn man über diesen Witz lachen kann und vielleicht nebenbei noch etwas über diese drei deutschen Städte in Nordrhein-Westfalen gelernt hat.

Weniger gut ist es, wenn das mit dem Essen zwischen den Zähnen der Wirklichkeit entspricht…

Damit genau das nicht passiert, hat uns am 25.06.2019 Frau Wächter besucht. Sie ist Zahnmedizinische Fachangestellte und zeigte unseren Grundschülern spielerisch, auf was man bei Mundhygiene und Zahngesundheit achten sollte, um noch möglichst lange sein strahlendes Lächeln zu behalten.

Dazu gehört natürlich in erster Linie regelmäßiges und gründliches Zähneputzen mit der KAI-Technik. Um das zu veranschaulichen, stellten sich einige Kinder als Zähne auf und wurden von einem Mitschüler gründlich gereinigt. Bunte Tücher stellten die Verunreinigungen an den Zähnen durch verschiedene Lebensmittel dar. Dann wurde geputzt: Zuerst von oben (K-Kaufläche), dann von vorne (A-Außenfläche) und dann von hinten (I-Innenfläche). Wenn dann noch etwas zwischen den Zähnen hängengeblieben ist, hilft gewachste Zahnseide. Auch das wurde den Kindern anschaulich mit einem Seil gezeigt. Im Anschluss daran ging es ans Schätzen: „Wie viele Zuckerstückchen sind in einem Liter Cola?“ Dass sich in der Flasche knapp 40 Zuckerstückchen verstecken, ließ uns staunen. Da hat der Liter Apfelschorle zum Glück nur die Hälfte! Doch Vorsicht!, mahnt Frau Wächter. Dauernuckeln an der Apfelschorle ist nicht nur wegen dem Zucker keine gute Idee! Die Fruchtsäure darin schädigt den Zahnschmelz und fördert Karies.

Am besten ist es also, zuckerarme Speisen und Getränke zügig zu sich zu nehmen und sich regelmäßig die Zähne mit der KAI-Technik zu putzen.

Am Schluss bekam jedes Kind neben dem üblichen Zahnputzbecher mit Bürste und Pasta, auch noch einen praktischen Spitzer geschenkt.

Liebe Frau Wächter, dank Ihrer anschaulichen Demonstration braucht niemand mehr Angst vor dem Zahnarzt zu haben, wenn er dies beim Putzen berücksichtigt. – Und auch nicht Angst davor, jemals diesen Witz hören zu müssen, sondern kann mit strahlenden Zähnen laut darüber lachen:

„Deine Zähne sind wie die Sterne am Himmel! – Leuchtend gelb!“

Text und Fotos: Maja Schmitt-Haller

 












Am 28.06.2019 besuchte uns in der 3. und 4. Schulstunde Frau Hilde Heilmann.

Wer sich anfangs vielleicht denkt, was daran so besonders sein soll,  der wird nun im wahrsten Sinne des Wortes „Augen machen“.

Frau Heilmann ist blind. Sie kam sehend zur Welt. Als sie jung war, hatten ihr die Ärzte bereits prophezeit, dass sie aufgrund einer Erkrankung irgendwann erblinden wird. Sie hatte geheiratet, Kinder bekommen und deren Hausaufgaben kontrolliert, bis sie ab dem 30. Lebensjahr merkte,  dass die Sehleistung nachlässt und sie mit ungefähr 40 Jahren vollkommen blind war.

„Was sieht man als blinder Mensch? Ist alles weiß oder alles schwarz?“, wollten wir wissen.  „Es ist wie ganz, ganz dichter Nebel, man kann nicht durchsehen, aber hinter dem Nebel sind viele Geräusche! Jeden Tag, Tag und Nacht.“

Was sich für uns unvorstellbar anhört, erzählte Frau Heilmann ganz problemlos und locker und wir merkten schnell: Das Erblinden ist ohne Frage tragisch! Frau Heilmann konnte sich zum Glück über viele Jahre darauf vorbereiten. Aber wir merkten auch: Das Leben als blinder Mensch ist sicherlich anders, doch bestimmt nicht weniger schön, als das eines Sehenden.

Und dann erzählte uns Frau Heilmann, woran wir blinde Menschen erkennen können, wie sie ihren Alltag meistert, wie sie ihre Kleidung zusammenstellt, einkauft, kocht und einfach (fast) alle Dinge tut, wie Sehende im normalen Leben auch. Sie nutzt ihre sprechenden „Helfer“, Geräte, die für sie Dinge erkennen und sprechen können. Und zur Not ist da auch noch die Familie für den Großeinkauf da.

Wir durften ihren Blindenstock benutzen und versuchten uns zu orientieren, während unsere Augen mit einer Augenbinde verdeckt waren und erfuhren viel über Blindenschrift. Jeder erhielt von ihr den eigenen Namen in Blindenschrift zusammen mit einem Blindenalphabet.

„Stellt bitte noch eure wichtigsten Fragen, es ist schon sieben nach 11!“ – „Aber woher wissen Sie das?“, wollten die Kinder verdutzt wissen. Frau Fischer, die Begleitung von Frau Heilmann, zeigte uns eine spezielle Blindenuhr, bei der man die Uhrzeit eben nicht mit den Augen, sondern mit den Fingern ablesen kann.

Zum Schluss war dann doch kurze Stille auf die Frage, ob sie traurig wäre, weil sie ihre Enkelkinder nicht sehen kann. Frau Heilmann stimmte zu und ergänzte, dass sie anfangs schon sehr traurig war, sie sich beim zweiten Enkelkind aber auch daran bereits gewöhnt hatte. Es ist eben doch wie in „Der kleine Prinz“: „Man sieht nur mit dem Herzen gut!“

Der Besuch eines blinden Menschen und die Möglichkeit, alle – wenn auch anfangs vielleicht noch so vermeintlich komischen Fragen – zu stellen, bietet sich nicht alle Tage. Frau Heilmann hat uns die Augen für die Welt der Blinden geöffnet. Eine Behinderung zu haben bedeutet, viele Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Aber es verlangt auch, nicht zusätzlich von uns Sehenden im Alltag behindert zu werden.

Frag´ doch einfach beim nächsten Mal, ob du ihm oder ihr helfen kannst? Mehr als „Nein, danke!“ zu hören, kann dir nicht passieren. Aber mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und zu sehen, wann jemand Hilfe brauchen könnte, das kann jeder – und gerade der, der sehen kann!

Text und Fotos: Maja Schmitt-Haller